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Mitgliederversammlung zog im Museum Otto Schäfer positiv Bilanz

Drei Ausstellungen trotz Pandemie

Stefan Muffert gab bei der Jahreshauptversammlung im Museum Otto Schäfer den Jahresbericht.

Jan Soldin, neuer Leiter des Museums Otto Schäfer, stellte die Ausstellung zu Johann Caspar Lavater den Mitgliedern des Kunstverein vor.

Der vor einem Jahr neu formierte Vorstand des Kunstvereins hat trotz der Beschränkungen durch die Pandemie in seinem Kunstsalong in der Kunsthalle drei Ausstellungen präsentieren können. Dabei war der Besuch nur in Einzelführungen möglich. Über die Homepage und zwei Filme konnte jedoch der Kontakt zum Publikum gehalten werden, stellte der neue Vorsitzende Stefan Muffert in der Jahreshauptversammlung fest, die im Museum Otto Schäfer stattfand.

In seinem Rückblick verwies er auf die Ausstellungen mit Linde Unrein, Norbert Kleinlein und Barbara Alfen. Die Künstler seien mit der Resonanz zufrieden gewesen. So wurde die Ausstellung „Körperszenen“ von Linde Unrein sogar verlängert. Unrein hat dem Kunstverein ein Gemälde geschenkt, das künftig als Dauerleihgabe in der ständigen Sammlung der Kunsthalle gezeigt wird. Die Kleinlein-Ausstellung „Ausatmen – einatmen“ anlässlich des 75. Geburtstag des Bildhauers und Malers war um ein Jahr verschoben worden.

Ein weiterer Höhepunkt war die Aktion „Impfbanane“ mit dem Sprayer Thomas Baumgärtel, an der sich die beiden Schweinfurter Krankenhäuser und mehrere Arztpraxen der Region beteiligten. Durch Spenden seien die Kosten komplett abgedeckt worden, stellte Muffert fest.

Zur Triennale V hat der Kunstverein den zweiten Preis vergeben. Zum Preisträger Jürgen Hochmuth werde der Kontakt weiter gepflegt. Auch an der aktuellen Ausstellung „Positionen des deutschen Informel“ ist der Verein im Kunstsalong mit Arbeiten aus seinem Besitz vertreten.

Wie in vielen anderen Vereinen auch, ist die Mitgliederzahl im Kunstverein wegen der Altersstruktur leicht rückläufig. Sie liegt aktuell bei gut 500. Gezielt wird der Vorstand künftig auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Mit der Ausstellung des Schwebheimers Alexander Höller, der derzeit international Aufmerksamkeit findet, und der Pop-Art-Sammlung des Schweinfurters Lars Hofmann sieht Muffert den Verein auf einem guten Weg. Weiter geplant ist eine Ausstellung mit Werken des vor einem Jahr gestorbenen Johann Nußbächer (Lengfurt).

Weil die Geschäftsstelle durch Schatzmeisterin Iris Muffert-König nun ehrenamtlich geführt wird, ist der finanzielle Spielraum des Kunstvereins größer geworden und soll in Ausstellungen investiert werden.

Dem schwer erkrankten Ehrenvorsitzenden Jochen Haas schickten die Versammelten einen schriftlichen Gruß.

An die Hauptversammlung schloss sich eine Führung durch das Museum Otto Schäfer mit dem neuen Leiter Jan Soldin an. Er stellte seine erste von ihm konzipierte Ausstellung zu Johann Caspar Lavater vor. Der Schweizer, der die These vertrat, dass die Physionomie eines Menschen auf seinen Charakter schließen lasse. In der NS-Zeit habe es ähnliche Gedanken gegeben und auch heute werde sie in manchen Kreisen instrumentalisiert. Soldin will künftig immer wieder zeigen, was die alten Werke im Bestand des Museums der heutigen Zeit mitgeben können.