Kunstverein Schweinfurt - Logo

Ein Nachfolger für den Vorsitz hat sich nicht finden lassen

Ralf Hofmann macht beim Kunstverein weiter

Bei der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr hatte Ralf Hofmann überraschend erklärt, dass er dem Kunstverein lediglich für weitere zwölf Monate als Vorsitzender zur Verfügung stehe. 2019 sollte Schluss sein. Inzwischen ist es anders gekommen. Zwar bestehen die für den Rückzug genannten beruflichen und familiären Herausforderung für Hofmann weiter. Nur: Bei der Suche nach einem Nachfolger ist der Verein nicht fündig geworden. Es sei mit mehreren möglichen Kandidaten gesprochen worden, berichtete er bei der diesjährigen Versammlung, die im Museum Otto Schäfer stattfand.

Obwohl der Kunstverein gut organisiert sei, über eine harmonierende Vorstandschaft und eine gutausgestattete Geschäftsstelle verfüge, sei das Werben erfolglos geblieben. Ein rotierendes System, wie es die Gesellschaft Harmonie eingeführt hat, sei auf den Kunstverein wegen des längerfristig zu planenden Programms nicht übertragbar.

Hofmann macht also weiter. Das wird möglich, weil die Aufgaben des Vorsitzenden zum Teil auf  andere Vorstandsmitglieder verteilt werden. Und die sind vielfältig wie Hofmann im Rück- und Ausblick aufzeigte. Als Höhepunkt des zurückliegenden Jahres nannte er den fränkisch-chinesischen Kulturaustausch mit dem Titel „Amplitude der Differenz“. Das sei ein weiterer wichtiger Schritt gewesen, „um unsere Rolle im Ausstellungswesen zu finden“. Das Projekt soll keine Eintagsfliege bleiben, die Vernetzung mit den fränkischen Kunstvereinen weiter ausgebaut werden.

Die Ausstellung dazu war verbunden mit dem erstmals veranstalteten Museumfest. Der Aufwand dafür sei großgewesen, habe sich aber gelohnt. So denke der Verein darüber nach, es fest zu etablieren.

Als Erfolg wertete Hofmann auch die Debütanten-Ausstellung mit Tobias Wyrzykowski. Die Reaktionen seien zwar ambivalent, aber lehrreich gewesen. Dabei habe man die Zusammenarbeit mit der Akademie in Nürnberg vertiefen können. „Da stoßen wir in eine Lücke, von der beide Seiten profitieren.“ In diesem Zusammenhang verwies der Vorsitzende auf die finanzielle Unterstützung durch das bayerische Kunstministerium und die Schweinfurter Kulturstiftung. Erfreulich nannte er auch die Ausstellung „Vertiefungen“ mit Helm Anton Zirkelbach, die von Mitgliedern, nämlich Gabriele und Klaus Rehberger, kuratiert wurde. Auf der Habenseite verbuchte Hofmann schließlich, das von Johanna Bonengel initiierte und betreute Goethe-Projekte „Hab` nun Ach!“ mit den Schweinfurter Autoren und der Radiergruppe.

Für das nächste Jahr kündigte Hofmann Ausstellungen mit Norbert Kleinlein und Linde Unrein an. Schon im November stellen der in Schweinfurt geborene Julius Bobke und die aus Israel stammenden Zohar Fraimann aus. Deren Ausstellung ist derzeit in Tel Aviv zu sehen.

Mit über 550 Mitgliedern ist der Schweinfurter Verein vergleichsweise sehr groß. Die Mitgliederzahl war jedoch leicht rückläufig, altersbedingt oder durch Tod. Das werde für den Vorstand ein wesentliches Thema sein, kündigte Hofmann an. „Wir müssen den Zugang zu neuen Zielgruppen finden.“  Obwohl die Resonanz unter den Mitgliedern zum Thema Kunstreisen eher verhalten war, will es der Verein weiter diskutieren, das Angebot eventuelle auch für Nichtmitglieder öffnen.

Zu Beginn hatte Georg Drescher für das Museum Otto Schäfer begrüßt und darauf verwiesen, dass es seit Juli 2018 nach einer längeren Schließung an den Wochenenden wieder geöffnet sei. Führungen für Gruppen seien auf Anfrage zu anderen Terminen möglich. Im nächsten Jahr soll es wieder eine Kooperation mit dem Kunstverein geben, eventuell eine Ausstellung mit den Grafiken, die Helm Anton Zirkelbach dem MOS geschenkt hat.

Aus Schweinfurter Tagblatt

Bericht und Foto:  Karl-Heinz Körblein.